Terminologie direkt in der Produktentwicklung

Terminologie direkt in der Produktentwicklung: Bei Sandvik werden Tunnelmaschinen wie der MT720 Roadheader entwickelt und bei der Konstruktion mit Terminologie verquickt.

Terminologie direkt in der Produktentwicklung: Bei Sandvik werden Tunnelmaschinen wie der MT720 Roadheader entwickelt und bei der Konstruktion mit Terminologie verquickt. Foto: Sandvik

Wie verwende ich bestehende Terminologie nahtlos in meiner gewohnten Umgebung? Wie kann ich neue Produkte, neue Begriffe, neue Termini einfach in einen Abstimmungsprozess schicken? Wie also macht man Terminologie von Anfang an, also bereits direkt in der Produktentwicklung lebbar und leicht anwendbar? Einen Weg zeigt Sandvik im österreichischen Zeltweg: Die interne IT integrierte die Terminologie in die Produktentwicklung, konkret in das von den Konstrukteuren verwendete PLM-System NX von Siemens. So haben die Techniker in ihrer vertrauten Konstruktions-, Simulations- und Fertigungssoftware schnellen Zugriff auf die Terminologie und den gesamten Workflow. Dazu benötigte Sandvik lediglich die richtige Terminologielösung mit einer professionellen API.

API „verbindet“ Terminologie und Produktentwicklung

Die Frage stellt sich oft: Wie integriert man quickTerm/SDL MultiTerm Workflow in eine andere Software aus oft ganz anderen Bereichen? Die Antwort liegt in der API, dem Application Programming Interface, also der Anwendungsprogrammierschnittstelle. Dementsprechend ging Michael Hahnenkamp bei Sandvik ans Werk. Sein Resümee: „Die quickTerm API funktioniert, ist richtig aufgebaut, kurz: Sie ist so, wie sie sein sollte. Und dabei auch noch richtig performant.“ Konkret ging es um die Integration in ein spezielles PLM System: Siemens NX. Diese Software unterstützt alle Aspekte der Produktentwicklung, von der Konzeptentwicklung bis hin zur Konstruktion und Fertigung. Und entsprechend wichtig war es für das Unternehmen, dass quickTerm direkt in NX integriert ist, quasi im Hintergrund mitläuft und immer gleich verfügbar ist.

Vertraute Umgebung, zusätzlicher Terminologie-Workflow

Terminologie direkt in der Produktentwicklung: Bei Sandvik werden Maschinen für den Kohleabbau wie der MB670 Bolter Miner entwickelt und bei der Konstruktion mit Terminologie verquickt.

Terminologie direkt in der Produktentwicklung: Hier ein MB670 Bolter Miner für den Kohleabbau. Foto: Sandvik

Steigt nun ein Sandvik-Konstrukteur in seine NX Umgebung ein und legt einen neuen Bauteil an, kann er sofort direkt aus NX heraus nachschauen, ob es bereits passende Termini für die einzelnen Komponenten gibt. Die Suche liefert umgehend die Informationen, ob der Term erlaubt ist oder, falls nicht, welcher stattdessen zu verwenden wäre. Dabei kann der Konstrukteur gleich aus den vorgeschlagenen Begriffen den passenden auswählen, womit terminologisch alles in geordneten Bahnen verlaufen kann. Darüber hinaus prüft die Integration bei allen eingetragenen Texten, ob die vordefinierte Terminologie korrekt eingehalten wurde, also auch ohne aktive Suche durch den Konstrukteur.

Terminologiesuche direkt in der Entwicklungsumgebung

Falls kein passender Term gefunden wird, kann der Benutzer unmittelbar einen Termantrag stellen, der beim Sandvik Terminologieteam landet und entsprechend behandelt wird. Besonders angetan haben es Hahnenkamp hier die Thumbnails zu den Termini, die mitgeliefert werden, denn dadurch „kann man sich was vorstellen“. In anderen Worten: Es steht dem Konstrukteur die volle Leistungspalette von quickTerm/SDL MultiTerm Workflow zur Verfügung.

Und auch in einer weiteren, speziellen Anpassung, der sogenannten Attribution Cloud, ist quickTerm bereits erfolgreich integriert. Zusätzlich wird hier bei Bedarf gleich die Übersetzung mitgeliefert. Und nochmals zur Prüfung: Wird z.B. eine deutsche Benennung benötigt, kann der Konstrukteur einen deutschen Ausdruck suchen. Michael Hahnenkamp: „Wird der gesuchte Ausdruck gefunden, wird er sofort eingesetzt. Falls mehrere Termini gefunden werden, kann der Konstrukteur sich einen aussuchen. Bei nicht erlaubten Termini wird auf das Verbot hingewiesen und gefragt, ob er einen anderen Term aussuchen will.“

Justierungsarbeiten

Sandvik greift für die Integration auf die bei Kaleidoscope.online gehostete Variante der Software zu. Die stetige Arbeit und der zweiwöchentliche Releasezyklus der Kaleidoscope Softwarelösungen schlägt sich logischerweise in ständig neuen Versionsnummern nieder. Das führte in der Implementierung regelmäßig zu Wartungsarbeiten bei Michael Hahnenkamp: „Wenn von quickTerm eine neue Version veröffentlicht wird, muss ich bei mir das Programm anpassen, weil die Versionsnummer anscheinend überprüft wird.“ Eine kurze Rückmeldung an Kaleidoscope lieferte aber umgehend eine Lösung.

Terminologie-Hosting

Auch mit der Hosting-Leistung – Kaleidoscope kümmert sich um die technische Seite von quickTerm auf speziellen Servern – ist Sandvik sehr zufrieden. „quickTerm läuft extrem schnell. Selbst Tests mit Kollegen in den USA und Südafrika liefen sehr zufriedenstellend.“ Und: „Ich habe einmal unabsichtlich die ganze Datenbank geladen, das waren dann 6000 Einträge, die über die Internet-Verbindung geladen wurden. Das dauerte lediglich einige Minuten. Das war weltklasseschnell!“

Die nächste Ausbaustufe ist auch schon geplant: Da sich die Nützlichkeit und Bedienungsfreundlichkeit von quickTerm im Konzern herumspricht, wollen weitere Firmenteile daran teilhaben und an die Termdatenbank angebunden werden. Weiters soll auch die Übersetzung in quickTerm angestoßen werden. Nicht zuletzt, weil die Hydraulikabteilung gleich in den Drafting Notes verifizieren will, ob der Term passt oder nicht. Somit kommen weitere Abteilungen bei Sandvik in den Genuss, in ihren vertrauten Entwicklungsumgebungen schnell und komfortabel immer die aktuelle Terminologie zur Verfügung zu haben.

Vorteile

  • Terminologie bereits direkt in der Produktentwicklung
  • API
  • Kompletter Terminologie-Workflow
  • Terminologie Hosting

Über Sandvik Mining and Construction G.m.b.H.

Sandvik Mining and Construction G.m.b.H. in Zeltweg entwickelt und produziert Vortriebs- und Gewinnungsmaschinen für den schneidenden Abbau von Mineral- und Erzlagerstätten und zur Auffahrung von Verkehrstunnel. Am Standort in Zeltweg, mit einer Historie von nun mehr als 165 Jahren, ist das Kompetenzzentrum für Engineering und Produktion von Maschinen für schneidende Gesteinsbearbeitung als auch für mobile Förderbandsysteme angesiedelt.

Die Produkte des Werkes Zeltweg werden sowohl zum Herstellen unterirdischer Hohlräume in der Bauindustrie, z.B. Tunnel und Kavernen, verwendet, als auch im Untertage-Bergbau zum Auffahren von Strecken und zum Gewinnen von Rohstoffen wie Kohle, Salz, Kali, Platin, Diamanten und dergleichen.

Typische Produkte aus dem sehr umfangreichen Portfolio sind unter anderem Bolter Miner, Roadheader, Continuous Miner, Borer Miner, etc.