Das war die SDL User Conference 2017

Das war die SDL User Conference 2017 in WienRund 30 Teilnehmer trafen sich am 30. Mail zur diesjährigen SDL User Conference in Wien, die Kaleidoscope in Zusammenarbeit mit SDL alle zwei Jahre ausrichtet. Neben langjährigen Anwendern waren auch in diesem Jahr einige „Neue“ dabei, die erst am Anfang in der Arbeit mit den Übersetzungslösungen von SDL stehen. Eine perfekte Gelegenheit, um sich zu allen Fragen und Anliegen auszutauschen und den einen oder anderen Ratschlag aus der Praxis zu holen. In der traditionellen Vorstellungsrunde aller Teilnehmer nannten die meisten Teilnehmer zwei Themen als wichtigste Anliegen in diesem Jahr: Softwarelokalisierung und Terminologie.

Lokalisiert – mit Passolo und Rigi

Den ersten Teil der Softwarelokalisierung konnten Igor Klemenc und Henk Boxma ausführlich beleuchten. Igor Klemenc stellt das Softwarelokalisierungs-Tool Passolo von SDL vor. Im Unterschied zu Trados Studio oder GroupShare ist es mit SDL Passolo möglich, Softwarekomponenten und Sourcedateien ID-basiert zu übersetzen, wodurch sichere und automatische Updates der Ausgangs-Ressourcen jederzeit möglich sind. Der Kontext in Form der Darstellung auf der jeweiligen Oberfläche bleibt erhalten und die Lokalisierung umfasst nicht nur die Übersetzung, sondern beeinflusst auch die Gestaltung der Oberfläche.

Henk Boxma stellte im Anschluss seine Anwendung Rigi vor, mit der dynamische Webanwendungen grafisch umgesetzt werden können und so SDL Passolo noch besser in den Lokalisierungsprozess einbettet. Denn dank Rigi erhält der Übersetzer auch bei Webanwendungen den Kontext sofort angezeigt. Darüber hinaus kann Rigi auch für die Reviewer und das Testing verwendet werden, da die fremdsprachliche Oberfläche der Webanwendung simuliert wird. Selbst die automatische Generierung von Screenshots wird damit in allen Sprachen möglich. Eine geniale Anwendung, die unserer Einschätzung nach in einer Welt zunehmender Webapplikationen viel Potenzial hat.

SDL Trados Studio mit „Lift“

Die neuen Funktionen von SDL Trados Studio und GroupShare standen in dem Vortrag von Petra Dutz von SDL im Mittelpunkt. Das Uplift Fragment Recall ersetzt die statischen AutoSuggest-Wörterbücher, indem es dynamisch und in Echtzeit in den Translation Memorys nach Satzteilen und einzelnen Wörtern sucht. Uplift Fragment Recall benötigt auch keine großen Translation Memorys mehr, was diese Funktion gerade auch für Freelancer interessant macht. Ein weiteres Feature dieser revolutionären Uplift Technologie ist das Fuzzy Match Repair, mit dem Fuzzy Matches automatisch korrigiert werden, wenn die Änderungen aus anderen Segmenten, Termbanken oder auch MT geladen werden können. Schließlich streifte Petra Dutz noch den aktuellen Stand des Themas Machine Translation (MT) bei SDL: Die Adaptive TM-Technologie der SDL Language Cloud ist eine selbstlernende maschinelle Vorübersetzung, die alle Korrekturen des Übersetzers automatisch verwendet, um die Logik der Engine für diesen bestimmten Benutzer zu verbessern.

Automatisieren mit Connecting Content

Einen Ausflug in die mögliche Automatisierung von Übersetzungsabläufen mit der Softwarelösung Connecting Content steuerte Markus Drenckhan von Kaleidoscope bei. Connecting Content ist eine Schnittstellenlösung, die alle Ausgangssysteme sowie den unstrukturierten Bereich jeglicher Ausgangsdokumente mit der Übersetzungswelt verbindet. Connecting Content ist einfach zu konfigurieren und schnell einsatzbereit; die Einrichtung erfolgt mit den Tasks und den Einstellungen, die aus den SDL-Anwendungen bekannt sind. Intelligente Schnittstelle: Connecting liest Projektinformationen aus der Ausgangsdatei aus und übermittelt diese Informationen an das TMS. Auf diese Weise können Übersetzungsinformationen wie beispielsweise die Sprachpaarung oder das Lieferdatum aus einer XML-Datei ausgelesen werden und an das Übersetzungssystem übergeben werden. Eine Installation von Connecting Content ist nach der Einführung beliebig erweiterbar und kann zur zentralen Automatisierungsinstanz aller Übersetzungsvorgänge im Unternehmen werden.

Alle einheitlich

Das Thema Terminologie wurde umfangreich im Vortrag von Klaus Fleischmann, Geschäftsführer von Kaleidoscope, behandelt. Er verband es mit einem Ausblick auf die Entwicklung der Produktreihen von smartQuery, globalReview und insbesondere der Terminologie-Workflowkomponente quickTerm. Auf großes Interesse stießen die Ausführungen zu einem neuen Ansatz von Qualitätsmanagement, das auf den Erwartungen des Kunden basiert und diese mittels gemeinsam festgelegter Indikatoren nachvollziehbar und langfristig überprüfbar und vor allem strategisch steuerbar macht.

Eine Frage & Antwort-Session beschloss die SDL User Conference in gewohnter offener und partnerschaftlicher Atmosphäre. „Mit dieser Veranstaltungsreihe wollen wir den Austausch unter den Anwendern und der Anwender mit den Softwareherstellern wie SDL, Rigi und Kaleidoscope fördern“, unterstreicht Organisator Klaus Fleischmann. „Wir hoffen, es ist uns auch dieses Jahr wieder gelungen und freuen uns schon auf die nächste SDL User Conference!“